Keine einfache Entscheidung…

Ab wann Palliativbetreuung?

Dr. Veronika Mosich im Gespräch mit Peter Hopfinger, Gast im CS Hospiz Rennweg.
© CS Hospiz Wien

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Wo nichts mehr zu machen ist, bleibt noch viel zu tun – so lautet das Motto des Palliativ-Teams am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien/CS Hospiz Rennweg.

Durch Vorsorgeuntersuchungen mittels Darmspiegelung wird Darmkrebs heute glücklicherweise zumeist frühzeitig erkannt. Viele Patienten machen die Erfahrung, dass Darmkrebs bei geringer Beeinträchtigung entfernt werden kann und sie danach mit begleitenden Nachsorgeuntersuchungen gut weiterleben.

Leider gibt es aber auch andere Verläufe, wo der Krebs sich trotz intensiver chirurgischer, strahlentherapeutischer und onkologischer Behandlung ausbreitet und zu einer lebensbegrenzenden Erkrankung wird. Die Krankheit bringt dann oft Beeinträchtigungen mit sich, die eine große Herausforderung darstellen können.

Palliativbetreuung, wie sie heute verstanden wird

Früher glaubte man, dass in der Tumorbehandlung zuerst die verschiedenen Fachdisziplinen ihre Beiträge zur Bekämpfung der Krebserkrankung zu leisten haben. Erst wenn diese dann zu dem Punkt kamen, an dem „nichts mehr zu machen war“, wurden die Menschen mit ihrem unheilbaren Krebsleiden zur Sterbebegleitung an die Palliativbetreuung übergeben.

Heute sind die Therapiemöglichkeiten für Tumore wesentlich vielfältiger geworden.

Patientenwille und Lebensqualität zählen!

Palliativbegleitung hat das Ziel, die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen möglichst gut zu erhalten oder sogar zu verbessern. Sie orientiert sich dabei an dem, was den betroffenen Personen wichtig ist. Was zählt, sind also Lebensqualität und Wille der betroffenen Person.

Schwierige Fälle und komplexe Fragestellungen sollten ab dem Zeitpunkt, wo die Unheilbarkeit der Erkrankung feststeht, von der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung begleitet werden. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen weiß man, dass Menschen mit einem unheilbaren Krebsleiden eine bessere Lebensqualität haben, wenn sie palliativ betreut werden.

Demgemäß ist es sinnvoll, dass die Fachdisziplinen Onkologie und Chirurgie sich um einen bestmöglichen Verlauf der Erkrankung kümmern, zugleich aber auch die vielfältigen Berufe der Palliativbetreuung für bestmögliche Lebensqualität des Patienten und seiner Angehörigen sorgen.

Hospiz- und Palliativfondsgesetz

Im Krankenhaus soll ein palliativer Konsiliardienst die spezielle palliative Kompetenz frühzeitig in die Behandlung einbringen. Anfang des Jahres 2022 wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das uns hoffentlich bald die Finanzierung eines solchen Angebots ermöglichen wird.

Was es jetzt schon gibt, ist die Palliativstation des CS Hospiz Rennweg, ein Departement der II. Medizinischen Abteilung am Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien. Auf dieser werden einerseits Menschen begleitet, die krisenhafte Verläufe von Schmerzen oder anderen Symptomen wie Atemnot oder Übelkeit erleben – in der Hoffnung, dass sie dann gebessert wieder nach Hause gehen können. Daheim werden sie dann oftmals durch das mobile Palliativteam unterstützt. Andererseits bietet die Palliativstation auch ein fürsorgliches Umfeld, wo Sterben mit möglichst wenig Beschwerden in einer menschlichen, wohnlichen und ruhigen Atmosphäre vor sich gehen darf.

Zusammenarbeit der Berufe

In der Palliativbetreuung arbeiten zahlreiche Berufe eng zusammen. So ist es möglich, den verschiedensten Faktoren zu begegnen, die Leid verursachen können – immer dem entsprechend, was für die betroffene Person im Mittelpunkt steht:

  • Die Medizin lindert Beschwerden mit Medikamenten.
  • Die Pflege hilft bei Tätigkeiten, die man selbst nicht mehr ausführen kann.
  • Die Physiotherapie bemüht sich, die Beweglichkeit zu erhalten.
  • Die Sozialarbeit kümmert sich um Ansprüche wie z.B. Pflegegeld und Organisatorisches.
  • Die Psychologie fokussiert auf den Umgang mit der Erkrankung.
  • Die Seelsorge ist für existenzielle Fragen da.

Alle zusammen können beraten, gut zuhören und fürsorglich ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln – für Betroffene und auch für die Angehörigen als Mitbetroffene.

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Im Überblick:

CS Hospiz Wien wird in Kooperation mit dem Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien geführt.

Die Vinzenz Gruppe verfügt weiters über Palliativstationen im Krankenhaus Göttlicher Heiland, im Krankenhaus Ried und im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz.

CS Hospiz Wien umfasst folgende Einrichtungen unter einem Dach:

  • Beratungsstelle Mobiles Palliativteam
  • Palliativstation
  • Begleitung in der Trauer
  • Hospizteam der Ehrenamtlichen
  • Beratungsstelle „Roter Anker“ (für Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen verlieren)

Für die Inanspruchnahme von Leistungen ist lediglich der im Krankenhaus übliche Selbstbehalt zu bezahlen.

 

Information und Beratung:


CS Hospiz Wien
+43 1 717 53-3220
www.cs.at/hospiz