Stoma – von A bis Z:

Tipps und Tricks rund um das Stoma

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Erstellt am 30.01.2014 von Redaktion

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Das Leben mit einem künstlichen Darmausgang, einem Stoma, bedeutet für Betroffene eine Veränderung im alltäglichen Leben.

Einen „künstlichen Ausgang“ zu bekommen ist zumeist mit der Angst verbunden, dass sich das Leben von Grund auf verändert. Werden jedoch bestimmte Empfehlungen rund ums Stoma berücksichtigt, so kann damit ein weitgehend „normales“ Leben geführt werden.

Sofern es die Grunderkrankung zulässt und die Arbeitsbedingungen passen, ist die Ausübung des Berufs nach Anlage des Stomas durchaus wieder möglich. Denn der Job stellt ja für viele Menschen nicht nur eine Einnahmequelle dar, sondern trägt auch zum seelischen Wohlbefinden und gesellschaftlicher Akzeptanz bei.

Fast alles ist möglich!

Stomaträger können auch wieder sportlich aktiv sein: Radfahren, Schwimmen, Turnen, Bergwandern – alles ist möglich! Ausnahme: Krafttraining im Fitness-Center. Um eine Hernie – das ist eine Vorwölbung der Bauchdecke neben dem künstlichen Ausgang, ein so genannter Bruch – zu vermeiden, sollten Stomaträger generell keine schweren Lasten von mehr als 10 Kilo heben.

Auch einen ausgedehnten Urlaub kann man nach wie vor genießen, egal ob im In- oder Ausland. Dabei ist lediglich darauf zu achten, dass ausreichend Material mitgenommen wird und die Versorgung jederzeit gewechselt werden kann. Individuelle Tipps für die Urlaubsplanung gibt die Stomaberatung!

Egal ob Colo-, Ileo- oder Urostomie – auch Duschen ist möglich. Ohne Versorgung! Die Stomaanlage ist keine Wunde und braucht daher nicht steril gehalten zu werden, Wasser und eventuell Seife sind völlig ausreichend.

Wenn Pannen passieren...

Wie auch sonst im Leben, kommt es zu Pannen immer dann, wenn man sie gerade am wenigsten brauchen kann! Eine solche Panne wäre, dass die Versorgung undicht wird. Dafür kann es unterschiedliche Ursachen geben: Es kann ein Materialfehler vorliegen; die Stomaanlage hat sich verändert und das System passt daher nicht mehr optimal; oder es ist ein Anwendungsfehler passiert.

Eine der häufigsten Ursachen von Leckagen (= Undichtwerden eines Beutels) aber liegt am Wechselspiel von zu vielen Darmgasen und Vakuum (= luftleerer Raum) im Beutel. Es ist zwar störend, wenn sich der Beutel aufbläht wie ein Luftballon und sich die Versorgung dann nicht mehr kaschieren lässt. Der Darm gibt jedoch nicht nur Luft ab, sondern saugt diese auch ein. So entsteht ein Vakuum im Beutel. Der Beutel liegt dann ganz flach am Körper und lässt sich durch die Kleidung gut verstecken. Das Problem ist aber nun, dass die Ausscheidung nicht in den Beutel rutschen kann, weil sich die Plastikfolien durch das Vakuum zu fest aneinander pressen. Somit bleibt der Ausscheidung nur mehr der Weg des geringsten Widerstandes – und das ist der Austritt zwischen Hautschutzplatte und Bauchdecke.

Vakuum im Beutel gilt als die Hauptursache dafür, dass eine Versorgung undicht wird. Dem kann durch Verzicht auf blähende Nahrungsmittel wie z.B. Milch und Milchprodukte, Gemüse und Obst sowie kohlensäurehaltige Getränke vorgebeugt werden.

Was Sie dagegen tun können ...

  • Achten Sie darauf, dass Luft im Beutel ist, bevor Sie diesen anlegen.
  • Geben Sie ein Papierkügelchen z.B. aus Klopapier in den Beutel, damit die Plastikfolien nicht zusammen kleben können.
  • Kleben Sie den Filter ab, damit die Luft, die Sie in den Beutel gegeben haben, nicht wieder entweichen kann. Sobald Ausscheidung im Beutel ist, kann das Pickerl wieder entfernt werden.
  • Manchmal kann es auch hilfreich sein, durch ein paar Tropfen Babyöl, Olivenöl oder Gel im Beutel die feste Ausscheidung gleitfähiger zu machen.


Leben mit dem Stoma

Oft ist nach Krebsoperationen im Bauch oder Unterleib ein Stoma die beste Lösung, um mit möglichst geringen Einschränkungen wieder aktiv am Leben teilzuhaben. Für individuelle Probleme stehen Stomaberatungen mit Rat und Tat zur Seite! Informationen über Beratungsstellen erhalten Betroffene bei ILCO Österreich oder auch auf der Homepage der Kontinenz- und Stomaberatung KSB unter: www.kontinenz-stoma.at

Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz werden Patienten bereits vor der Operation auf die neue Situation vorbereitet und erhalten alle wichtigen Informationen für den Alltag; auch psychosoziale Aspekte werden besprochen. Nach der Operation erfolgt die Schulung im Umgang mit der Stoma-Anlage durch sachkundige Kontinenz- und Stomaberaterinnen. Auf Wunsch können Angehörige mit einbezogen werden. Für Patienten des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz mit Stomaanlage besteht von Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr (nach telefonischer Voranmeldung) die Möglichkeit, in die Stomaambulanz zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie auch in diesem Artikel: Stoma-Gruppe Wien/NÖ/Burgenland

Kontakt:

Mag. Esther Sandrieser
Krankenhaus der
Barmherzigen Schwestern Linz
Telefon: +43 (0)732/7677-4339
E-Mail: esther.sandrieser@bhs.at

Weiterführende Informationen:
www.darm-gesundheitszentrum.at