Psychoonkologische Begleitung – hilft der Seele durch die Krise

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Erstellt am 08.02.2014 von Redaktion

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Die Diagnose „Darmkrebs“ stellt für den betroffenen Menschen und seine Angehörigen ein einschneidendes Lebensereignis dar. Den Schock der Diagnosemitteilung zu bewältigen, ist ein Prozess, der individuell abläuft. Dafür gibt es kein allgemeingültiges „Rezept“.

Eines jedoch gilt für alle Betroffenen gleichermaßen: Sie befinden sich in einer Ausnahmesituation. Die Belastung ist enorm und geht – neben den körperlichen Problemen – mit Ängsten, Niedergeschlagenheit, Hilflosigkeit und Verzweiflung einher. Damit der Betroffene – Patient/in wie Angehörige/r – mit der Diagnose besser umgehen kann, muss auch Platz für Wut, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Angst und Trauer sein.

Dabei Unterstützung zu geben und Bewältigungsstrategien aufzuzeigen, ist das Anliegen der psychoonkologischen Betreuung.

Nach der Diagnose: Gespräche mit neutralen ExpertInnen hilfreich

„Darüber sprechen“ ist sehr zu empfehlen – von vielen Betroffenen wird dies als äußerst entlastend empfunden. Nicht nur, um medizinische und organisatorische Informationen einzuholen. Das Sprechen über die seelische Befindlichkeit – zur Beantwortung der Frage „Was macht diese Diagnose mit mir?“ – ist ein wichtiger Schritt, um die Gefühlslage, die durch den Schock ausgelöst wurde, bewältigen zu können.

Dazu eignet sich in erster Linie nicht so sehr ein Angehöriger, sondern eher eine neutrale Person aus der Berufsgruppe der PsychoonkologInnen. Der große Vorteil eines professionellen Gesprächspartners ist dessen Objektivität und persönliche Distanz zum Geschehen. Über alle Ängste, auch die schlimmsten, mit jemandem sprechen zu können, ohne auf die Gefühlslage des anderen Rücksicht nehmen zu müssen/zu wollen, bedeutet für den Betroffenen zumeist eine große Unterstützung und Entlastung.

Je offener und authentischer wir – insbesondere auch in schwierigen Lebensphasen – sein können, desto mehr fühlen wir uns verstanden, geborgen und getragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der psychoonkologischen Tätigkeit liegt in der Begleitung des Krankheitsbewältigungsprozesses, wobei diese eine enge Zusammenarbeit mit den KollegInnen aus den Bereichen Medizin und Pflege erfordert.

Umfassende Betreuung nach individuellem Bedarf

Grundsätzlich ist es im Rahmen der professionellen Betreuung jeder/s Krebspatientin/en sinnvoll, eine individuelle, an den persönlichen Bedürfnissen orientierte psychosoziale Unterstützung zu ermöglichen.

Dabei kann die psychoonkologische Betreuung vor allem in diesen Situationen hilfreich sein:

  • Auseinandersetzung mit der Diagnose, der Therapie und dem Behandlungsverlauf
  • Umgang mit Angst, Trauer, Aggressionen und depressiven Verstimmungen
  • Erleben eines veränderten Körperbildes
  • Kommunikationsschwierigkeiten mit dem Behandlungsteam oder in der Familie
  • Familiäre und/oder soziale Probleme
  • Emotionale Probleme, die unabhängig von der Krankheit sind und/oder möglicherweise schon vorher bestanden haben
  • Beschäftigung mit individuellen Lebensplänen und persönlichen Wertvorstellungen

Eine einheitliche Therapieform im Sinne eines eng umschriebenen Verhaltensprogramms speziell für Krebskranke gibt es nicht. Vielmehr stehen die Methodenvielfalt, das individuelle Anliegen sowie der Krankheitsverlauf der/s Patientin/en im Mittelpunkt der psychoonkologischen Betreuung.

Die Hauptaufgabe der PsychoonkologInnen ist dabei nicht die psychiatrische Diagnostik und/oder psychotherapeutische Behandlung, sondern das Beistehen im Chaos der Gefühle – beim Umgang mit der Diagnose und auch im weiteren Verlauf der Erkrankung.

Die psychoonkologische Betreuung sollte auch von Seiten der Betroffenen als ein natürlicher Bestandteil der therapeutischen Versorgung verstanden werden. Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche! Nützen Sie sämtliche Unterstützungsmöglichkeiten, die Ihnen angeboten werden – egal ob einmalig, regelmäßig oder bei Bedarf. Ein Versuch lohnt sich!

 

Christina Ochsner am kostenlosen Beratungstelefon der Selbsthilfe Darmkrebs:

+43 (0)699/10 08 47 82
Jeden Donnerstag, 17.00 –18.00 Uhr

Dipl.LSB Christina Ochsner, MAS
1. Medizinische Abteilung – Zentrum
für Onkologie, Hämatologie und Palliative Care
Wilhelminenspital der Stadt Wien