Neue, meisterlich gelungene Station

Palliativmedizin im Wilhelminenspital

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Erstellt am 11.12.2013 von Redaktion
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Im Sommer dieses Jahres wurde im Wilhelminenspital eine moderne Station für Palliativmedizin eröffnet.

Die Station ist architektonisch sehr ansprechend und vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit, Ruhe und Sicherheit. Die 12 Zimmer ermöglichen die stationäre Betreuung von insgesamt 14 Patienten und verfügen alle – neben moderner Ausstattung mit Nasseinheiten – über eine eigene Terrasse. Über einen großzügigen Aufenthaltsraum für Patienten und Angehörige lässt sich ein geschützter Innenhof betreten – dies bietet somit auch an kälteren Tagen Gelegenheit, wärmende Sonnenstrahlen zu genießen.

Der gelungene Neubau ist ein ideales Zentrum für die Umsetzung der Ziele palliativmedizinischer Betreuung: Die Station ist räumlich und strukturell der Abteilung für Onkologie und Hämatolo- gie unter der Leitung von Prim. Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig angegliedert und der Kernpunkt der palliativmedizinischen Betreuung von Patienten im Wilhelminenspital, welche durch einen ambulanten Palliativkonsiliardienst ergänzt wird.

Aufgaben der Palliativmedizin

Unter Palliativmedizin wird eine umfassende Betreuung von Patienten verstanden, die an einer unheilbaren chronischen Krankheit leiden, für die es keine kurative Behandlung gibt. Diese Definition umfasst nicht nur die Linderung von Leiden, die mit der Erkrankung verbunden sind, sondern auch die Berücksichtigung und Unterstützung spiritueller, emotionaler und sozialer Bedürfnisse der Betroffenen – mit dem Ziel, die verbleibende Lebenszeit mit möglichst guter Lebensqualität sowie sinnerfüllt und emotional erfüllend verbringen zu können. Zusätzlich zu betroffenen Patienten werden auch die engsten Angehörigen in die Betreuungsarbeit einbezogen und im Falle des Ablebens des Patienten auch bei der Trauerarbeit unterstützt.

Diese umfassende Versorgung wird von einem speziell ausgebildeten, multipro- fessionellen Team wahrgenommen, wobei Ärzte, Pflegepersonen, Psychologen, Phy- sikotherapeuten, Sozialarbeiter, Seelsorger und ehrenamtliche Mitarbeiter gemeinsam die Patienten unterstützen.

Palliativmedizin im Wandel

In letzter Zeit ist es zu einer fundamentalen Erweiterung des Aufgabenspektrums von Palliativmedizin gekommen. Zunehmend häufiger wird palliativmedizinische Betreuung Patienten in früher Krankheitsphase angeboten, wobei sich die Begriffe Palliativ- und Supportivmedizin überschneiden. Jedenfalls führt eine bereits zum Zeitpunkt der Diagnose einer schwerwiegenden Erkrankung einsetzende palliativmedizinische Betreuung nicht nur zu der erwarteten Verbesserung der Symptomkontrolle und Lebensqualität, sondern möglicherweise auch zu einer Verlängerung der Lebenszeit. Dies konnte zuletzt in einer Studie bei Patienten mit Lungenkrebs gezeigt werden.

Vorbild- und Ausbildungsverantwortung palliativmedizinischer Zentren

Eine zentrale Aufgabe von Palliativzentren liegt in ihrer Vorbildfunktion für die Betreuung von Patienten im Allgemeinen. Die ganzheitliche Philosophie palliativmedizinischer Betreuung übt einen Veränderungsdruck auf das Gesundheitssystem aus. Dies beinhaltet die Unterrich- tung von Medizinstudenten und Pflegepersonen in Palliativmedizin, die Errichtung palliativmedizinischer Betreuungsnetze mit Einbindung niedergelassener Ärzte, die Verstärkung ambulanter Palliativteams, eine bessere Kenntnis der Bedürfnisse von Patienten und eine verbesserte Kompetenz in deren Betreuung. Letztlich soll durch die Umsetzung der angeführten Überlegungen eine Verbesserung des Patientenkomforts, der Lebensqualität und in bestimmten Fällen auch der Überlebenszeit erreicht werden können.

Aufgabenspektrum

  • Vorbeugung und Linderung von Leiden durch frühzeitige Erkennung
  • Sorgfältige Erfassung, Beurteilung sowie Behandlung von Schmerzen und ande- rer physischer, psychosozialer wie auch spiritueller Beschwerden und/oder Pro- bleme
  • Unterstützung der Familie während der Erkrankung des Patienten und in der Trauerphase
  • Palliativmedizin: - bejaht das Leben und sieht das Sterben als einen normalen Prozess, - will den Tod weder beschleunigen noch durch „künstliche“ lebenserhaltende Maßnahmen hinauszögern, - bietet Unterstützung, um bis zum Tod so aktiv wie möglich zu leben.
  • Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind

 

Prim. Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig

"Palliativmedizin braucht eine physische Heimstätte, die Philosophie der Palliativmedizin soll aber alle Ärtze und Pflegepersonen durchdringen.“