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Bildgebende Diagnostik bei Krebspatienten

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In den letzten Jahren wurden die neuen Möglichkeiten der bildgebenden Diagnostik im Zusammenhang mit Darmkrebs kontinuierlich weiterentwickelt – und noch aussagekräftigere Methoden haben zuletzt ihren Platz in der klinischen Routine gefunden.

Bildgebende Diagnostik = Radiologie und Nuklearmedizin

Wird ein Darmpolyp (Darmkrebsvorstufe) entdeckt, kann er sofort mittels Schlinge und Strom abgetragen werden. Die Koloskopie dient daher bei der Darmkrebsvorsorge zur Diagnose und Therapie in einem.

Stellt sich in der anschließenden mikroskopischen Abklärung des Darmpolypen heraus, dass Krebszellen vorhanden sind, dann beginnt in Abhängigkeit vom histologischen Befund – Größe und Eindringtiefe des Tumors, Vorhandensein eventueller Absiedelungen – die onkologische Therapie: Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie.

Größe und Eindringtiefe des Tumors

Falls ein Tumor entdeckt wurde, der chirurgisch entfernt werden muss, wird in interdisziplinären Besprechungen die weitere Therapie geplant.

Hierbei sind die wichtigsten Fragen an den Radiologen: Ist der gesamte Tumor entfernbar? Hat der Tumor die Darmwand durchbrochen und wächst er in angrenzende Gewebestrukturen ein? Gibt es Tumorabsiedelungen (Metastasen) in Lymphknoten?

Diese Fragen sind vor allem bei Erkrankungen des Enddarmes von therapieentscheidender Bedeutung und werden zeitgemäß mittels sogenannter multiparametrischer Magnetresonanztomographie (mMRT) beantwortet.

Die mMRT kommt ohne potenziell schädliche Röntgenstrahlung aus, sie arbeitet nur mit einem starken Magnetfeld und Hochfrequenzimpulsen. Der Patient/die Patientin erhält vor der Untersuchung ein Mikroklistier. Anschließend wird die Untersuchung in bequemer Rückenlage durchgeführt; der Patient/die Patientin muss nichts weiter tun, als ruhig und entspannt liegen zu bleiben. Die reine Untersuchungszeit beträgt, abhängig von der Sequenzauswahl, etwa 40 Minuten. Gelegentlich wird ein sehr gut verträgliches MRT-Kontrastmittel über eine Armvene verabreicht.

Der Begriff „multiparametrische Magnetresonanztomographie (mMRT)“ beschreibt die Kombination mehrerer Parameter, wodurch die diagnostische Genauigkeit erhöht wird.

Von besonderer Bedeutung ist – das haben die neuesten wissenschaftlichen Studien ergeben – neben der hochauflösenden T2-Bildgebung die diffusionsgewichtete Bildgebung: Diese zeigt, stark vereinfacht ausgedrückt, die Bewegung der Wasserstoffatome (Wassermoleküle) im Gewebe. In Tumorgewebe ist unter anderem durch die erhöhte Zelldichte und defekte Zellmembranen die Beweglichkeit der Wassermoleküle eingeschränkt. Die Bildgebung zeigt hier die Unterschiede zum normalen Gewebe an.

Diagnostik vorhandener Absiedelungen

Absiedelungen in anderen Organen (z.B. der Leber) werden mittels Sonographie (Ultraschall) und kontrastmittelverstärkter Computertomographie erkannt oder ausgeschlossen.

In speziellen Fällen ist eine Computertomographische Colonoskopie (CTC) als Ergänzung zur Koloskopie sinnvoll. Bei der CTC wird ein dünnes, weiches Röhrchen wenige Zentimeter in den Mastdarm eingeführt. Über dieses Röhrchen wird der Darm mit Luft gefüllt und anschließend eine Computertomographie durchgeführt. Deswegen kann die CTC auch bei Patienten mit krankhaften oder tumorösen Verengungen des Darmes erfolgreich eingesetzt werden, falls das Koloskop (der Koloskopie-Schlauch) zu dick ist, um diese Engstelle zu überwinden. Hier kann die CTC eingesetzt werden, um die koloskopisch nicht einsehbaren Dickdarmabschnitte noch vollständig zu untersuchen und allfällige weitere Tumore zu finden. Wie bei der Koloskopie muss der Dickdarm auch bei der CTC durch abführende Medikamente und eine ballaststoffarme Diät vorbereitet werden.

Bildgebung während der Therapie und in der Nachsorge

Bei manchen Therapien ist es nötig, den Therapieerfolg (Rückbildung) möglichst früh festzustellen. Hierzu wird in den meisten Fällen eine kontrastmittelunterstützte Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Wenn die CT und die MRT, trotz klinischem Verdacht auf eine Verschlechterung, keine Auffälligkeiten zeigen, dann ist die Durchführung einer Positronenemissionstomographie (PET/CT) sinnvoll. 

In diesen Einzelfällen kann eine PET/CT helfen z.B. Lymphknoten, die sich im CT normal groß darstellen, genauer zu charakterisieren. Weiters erleichtert die Kombination in manchen Fällen das frühe Aufspüren kleiner Absiedelungen in anderen Organen.

 

PET/CT für Krebspatienten


Die PET/CT kombiniert eine nuklearmedizinische (PET) und eine radiologische (CT) Untersuchungstechnik.

Das Haupteinsatzgebiet der PET/CT sind Krebserkrankungen. Damit können die Ausdehnung der Erkrankung vor Therapiebeginn sowie das Ansprechen des Tumors auf die Therapie exakt beurteilt werden. Der große Vorteil der PET/CT liegt darin, dass nicht nur Form, Lage und Durchblutung der Organe dargestellt werden können, sondern darüber hinaus auch deren Funktionsweise (z.B. Zuckerstoffwechsel von Tumoren).

Für die Positronenemissionstomographie (PET) wird eine geringe Menge einer radioaktiv markierten Substanz – in der Krebsdiagnostik wird meist eine radioaktive Zuckerlösung verwendet – in die Vene verabreicht. Die Zuckerlösung verteilt sich mit dem Blutfluss im ganzen Körper und reichert sich für kurze Zeit in genau den Arealen an, in denen ein erhöhter Zuckerstoffwechsel abläuft. Dabei nutzt man die Erkenntnis, dass besonders aktive Körperzellen einen erhöhten Energiebedarf haben. Krebszellen benötigen für ihr rasches, aggressives Wachstum sehr viel Energie, also viel Zucker. Durch die PET kann die "Anreicherung" von Traubenzucker in den Krebszellen, also im Tumorgewebe bildlich dargestellt werden. Die PET misst dann die Verteilung im Körper. In derselben Untersuchung erfolgt eine Computertomographie (CT). Die Bilder werden gemeinsam ausgewertet und liefern eine Kombination aus metabolischer und anatomischer Funktion. Die reine Untersuchungszeit beträgt etwa 45 Minuten.

Derzeit wird in Studien zu Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit untersucht, ob der Einsatz der PET/CT zur Früherkennung von Metastasen oder zur Früherkennung eines Rezidivs in der Routineversorgung von Patienten mit Darmkrebs einen Vorteil hat. Die PET/CT erfolgt also bislang nicht routinemäßig bei der Untersuchung von Darmkrebsrezidiven.

Demgegenüber wird in Einzelfällen, wo der dringende Verdacht auf Metastasen oder Rezidiv besteht, die Standardmethoden Koloskopie, CT und MRT aber keinen Befund ergeben, die PET/CT eingesetzt; diese kann eine frühzeitige, zielgerichtete Therapie ermöglichen.

Nähere Informationen:


PD Dr. Philipp Peloschek

Radiology Center
(neben der Wiener Privatklinik)
Lazarettgasse 25
1090 Wien

Telefon: +43 (0)1 408 12 82
www.radiology-center.com