Info-Veranstaltung

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Erstellt am 07.09.2017 von Redaktion
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von li: Prof. T. Grünberger, Doz. H. Kaufmann, B. Lötsch, Mag. D. Egerer, Prof. Ch. Madl

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Auch fortgeschrittener Darmkrebs
ist mittlerweile heilbar!

Am Donnerstag, den 14. September 2017 von 16.00 bis 18.30 Uhr, fand in der Rudolfstiftung des Wiener Krankenanstaltenverbunds ein Informationsnachmittag für Darmkrebs-PatientInnen und deren Angehörige sowie ÄrztInnen und Pflegepersonal statt.

Zentrales Thema der Veranstaltung waren die neuen Möglichkeiten und beachtlichen Fortschritte in der Onkologie, speziell in der Metastasenchirurgie, die dazu beitragen, dass immer mehr PatientInnen mit fortgeschrittener Darmkrebserkrankung heute geheilt werden können.

Auf Initiative der Selbsthilfe Darmkrebs und unter dem medizinischen Vorsitz von Priv. Doz. Dr. Hannes Kaufmann, Leiter des Fachbereichs Onkologie und Hämatologie an der Rudolfstiftung, hielten namhafte ExpertInnen zu den verschiedenen Aspekten der Thematik Referate und standen auch bereitwillig für die Beantwortung von Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

 

Darmkrebs mit Metastasen –
besteht eine Chance auf Heilung?

Die Antwort auf diese oft gestellte Frage lautet kurz & bündig: JA!

Auch für fortgeschrittene Darmkrebserkrankungen mit Metastasierung (primär Lebermetastasen zu ca. 75%; sekundär Lungenmetastasen zu ca. 15%) stehen heute – chirurgische und medikamentöse – Therapien zur Verfügung, die in vielen Fällen eine Heilung ermöglichen.

Priv. Doz. Dr. Hannes Kaufmann erklärt, warum: „Die fächerübergreifende Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Darmkrebs hat in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel in der Onkologie herbeigeführt. Durch immer effektivere Kombinationen von Antikörper- und Chemotherapien sowie verbesserte Chirurgie gelingt es uns heute, einen beträchtlichen Anteil der betroffenen Patientinnen und Patienten zu heilen.“

Im ersten Schritt wird stets, so Doz. Kaufmann, die Ausbreitung der Erkrankung mittels Endoskopie und Schnittbilddiagnostik erfasst. „In weiterer Folge können wir heute anhand genetischer Testung des mittels Biopsie gewonnenen Tumorgewebes ziemlich genau vorhersagen, von welcher Therapie die/der individuelle Patient/in am meisten profitieren wird. Mit diesen Informationen wird im interdisziplinären Tumorboard für jede einzelne Person die optimale Therapiestrategie festgelegt.“

Metastasen-Chirurgie und
gezielte medikamentöse Therapien

Wird im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium eine Heilung angestrebt, reicht die alleinige Entfernung der Metastasen oft nicht aus.

Dann liegt es beim Onkologen, anhand der genetischen Informationen über den Tumor die beste Kombination aus Antikörper- und Chemotherapie zusammenzustellen und diese – in Kooperation mit den PatientInnen – umzusetzen. „Sehen wir dann zwei bis drei Monate nach Behandlungsbeginn in der Computertomographie (CT) einen entsprechenden Erfolg, kann das bösartige Tumorgewebe chirurgisch entfernt werden. Nach erfolgter Wundheilung wird zumeist die ursprüngliche systemische Therapie für insgesamt sechs Monate fortgeführt. Sind dann keine neuen Metastasen mehr feststellbar, wird die Therapie abgeschlossen und es beginnt die Phase der medizinischen Nachsorge im engen Zusammenwirken mit dem Patienten“, so Doz. Kaufmann.

Tumorboard und Case Manager
als Erfolgsfaktoren

Der fortgeschrittene Dickdarmkrebs ist heute durch eine Vielzahl von neuen Behandlungsmethoden zu einer heilbaren Erkrankung geworden. Dafür ist das Zusammenspiel mehrerer Spezialisten aller relevanten Fachdisziplinen notwendig, die gemeinsam das so genannte „Tumorboard“ bilden und die optimale Therapie diskutieren. Einer der Experten übernimmt die Funktion des „Case Managers“ – dieser implementiert die vom Tumorboard empfohlene Therapie und ist der unmittelbare Ansprechpartner der PatientInnen über den gesamten Behandlungsverlauf“, erläutert Univ. Prof. Dr. Thomas Grünberger (Vorstand der 1. Chirurgischen Abteilung, Krankenanstalt Rudolfstiftung) die organisatorische Struktur der modernen Krebstherapie.

Reden wir übers Leben

Die Initiative zum neuen INFO-NACHMITTAG METASTASENTHERAPIE stammt von Helga Thurnher, Präsidentin der Selbsthilfe Darmkrebs – der ersten, österreichweit aktiven Selbsthilfegruppe für Darmkrebs-PatientInnen und Angehörige. „Eine unserer wichtigsten Aufgaben sehen wir darin, unsere Patientinnen und Patienten über neue Therapien und therapeutische Strategien zu informieren sowie eine Kontakt-, Beratungs- und Diskussionsplattform für den Austausch mit Experten anzubieten.
Vielen Dank an Herrn Doz. Kaufmann und Herrn Prof. Grünberger für die Idee sowie die tatkräftige Unterstützung bei der Planung, Konzeption und Durchführung dieses Info-Nachmittages!“, freut sich Helga Thurnher auf die Teilnahme möglichst vieler InteressentInnen sowohl von Seiten der PatientInnen und Angehörigen, als auch aus der Riege der medizinischen und sonst involvierten Fachberufe.

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Expertenvorträge zu folgenden Themen

Der INFO-NACHMITTAG METASTASENTHERAPIE sollte möglichst umfassend die neuen therapeutischen Perspektiven erörtern und Fragen beantworten. Entsprechend vielfältig waren daher auch die Themen und die Referenten der Veranstaltung:

>> Aus der Sicht des Chirurgen:
Welche operativen Eingriffe sind möglich?

>> Aus der Sicht des Onkologen:
Welche onkologischen Maßnahmen sind zielführend?

>> Aus der Sicht des Gastroenterologen:
Welche Faktoren nehmen auf die Erkrankung Einfluss?

>>Aus der Sicht der Diätologin:
Welche Lebensmittel wirken unterstützend und stärkend?

>> Aus der Sicht der Psychologin:
Was tut meiner Seele gut?
Wie komme ich emotional am besten durch die Erkrankung?
 

Beim ersten INFO-NACHMITTAG METASTASENTHERAPIE konnte auf diese wesentlichen Aspekte der Thematik eingegangen werden und wertvolles Wissen an PatientInnen und Angehörige, MedizinerInnen und Pflegepersonal weitergegeben werden.

Darüber hinaus konnten sich alle TeilnehmerInnen im Rahmen der Veranstaltung von den Experten in persönlichen Gesprächen beraten lassen – eine gute Möglichkeit, sich zu individuellen Fragestellungen zu informieren und auszutauschen.

Ein nächster Termin ist schon in Planung!

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WER – WANN – WO?

Donnerstag, 14. September 2017
16.00 bis 18.30 Uhr

Krankenanstalt Rudolfstiftung
Saal „Albert Einstein“ (Top 0.001), Bürogebäude
Boerhaavegasse 8A, Stg. 1/EG, 1030 Wien
Eintritt frei!

Info & Rückfragen:
Helga Thurnher
Telefon: 01/714 71 39
E-Mail: info@selbsthilfe-darmkrebs.at

Das volle Programm können Sie dem Flyer entnehmen, der unten zum Download bereit steht.